Ja, derzeit werden Catchall-Adressen beim SpamAssassin (bzw. lcsam) nicht berücksichtigt. Die einfachste Lösung für uns wäre, wenn eine Abfrage an /etc/postfix/spamassassin nach einer konkreten Mailadresse erfolglos war (z.B. "mail@dom.com"), danach eine zweite Abfrage zu machen - in diesem Fall nach "@dom.com".
Der Haken daran ist aber: wenn z.B. ein Postfach "info@dom.com" eingerichtet und SpamAssassin dafür deaktiviert ist, dann steht diese Adresse auch nicht in /etc/postfix/spamassassin - der erste Lookup liefert also kein Ergebnis, während der zweite Lookup (@dom.com) dann die Einstellungen des Catchall-Postfachs zurückgibt.
Mit anderen Worten: die SpamAssassin-Einstellungen von Catchall-Postfächern würden somit gleichzeitig für alle normalen Postfächer gelten, bei denen SpamAssassin deaktiviert ist.
Die einzige saubere Lösung wäre, Postfächer mit deaktiviertem SpamAssassin auch explizit in die /etc/postfix/spamassassin mti aufzunehmen (und dort eben irgendwie als "no SpamAssassin" zu hinterlegen). Das würde die spamassassin-Benutzerliste aber auf einen Schlag ziemlich aufblasen. :-/
Wir tendieren nun eher dazu, bei Catchall-Adressen die SpamAssassin-Option komplett zu deaktivieren (schließlich funktioniert das aktuell ja ohnehin nicht). Wenn zudem etwa eine eingehende Spam-Attacke an zufällige Empfängeradressen läuft, würde das mit Catch-All auch eine gefährliche Serverlast mit sich bringen, wenn jede dieser Mails dann erst durch SpamAssassin durchgeschoben wird.
Viele Grüße
-Klaus Keppler